Newcomers im Klassenzimmer: Filmheft für Schulen erschienen

Posted by Sara |18 Feb 19 | 0 comments

Newcomers im Klassenzimmer: Filmheft für Schulen erschienen

Osnabrück. Flucht ist heute ein sehr präsentes Thema, das auch im Klassenzimmer und im Alltag von Kindern und Jugendlichen ankommt. „Lehrerinnen und Lehrer, die das Thema im Unterricht behandeln möchten, stellen häufig die Frage, wie sie sich ihm annähern und welche Materialien sie verwenden können“, sagt Sara Höweler, Geschäftsführerin von Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge. „Wir haben deshalb den Dokumentarfilm Newcomers für die Schule aufbereitet und eine Unterrichtsreihe mit sieben Modulen entwickelt, die dabei hilft, mit Schüler*innen über Flucht und Migration ins Gespräch zu kommen.“ Der Film und das Heft richten sich an Lehrende, Schulsozialpädagog*innen und Bildungsreferent*innen. Sie können beim Verein Exil bestellt werden.

Schulfilmheft zeigt Möglichkeiten auf, Film und Szenen in den Unterricht einzubinden

Was assoziieren Jugendliche mit dem Thema Flucht? Haben sie Stereotype und Vorurteile entwickelt? Diese Fragen bat sich Autorin Daniela Boltres, die das Schulfilmheft und die Unterrichtsmodule entwickelte, gestellt. Sie schlägt zahlreiche Wege und Möglichkeiten vor, den Film oder Szenen daraus in den Unterricht einzubinden: zum Beispiel über Fluchtursachen, den geschichtlichen Vergleich „Flucht – früher und heute“, filmische Darstellungsformen und Erzählstrategien oder die Diskussion des Begriffs „Flüchtling“, für den der Film die Alternative „Newcomers“ vorschlägt. Auch den Themen „Flucht und Gehörlosigkeit“ und „Flucht und Homosexualität“ ist je ein Kapitel gewidmet. „Grundsätzlich sind der Film und das Heft für alle Schulformen ab der 9. Klasse geeignet“, erklärt Höweler. „Die Module können im Unterricht oder auch für Projekttage oder Workshops außerhalb der Schule genutzt werden, zum Beispiel in der Erwachsenenbildung.“

Regisseur Mouslli: “Es ging uns darum, Newcomers als Menschen zu zeigen”

Bei dem rund einstündigen Dokumentarfilm führte der in Osnabrück lebende syrische Regisseur Ma’an Mouslli Regie. Neunundzwanzig „Newcomers“ erzählen darin teils sehr bewegende Details aus ihrem Leben. „Der Film verleiht Menschen, die fliehen mussten, ein Gesicht und eine Stimme“, sagt Sara Höweler, die den Film produziert hat. „Sie erzählen das, was aus ihrer Sicht ungehört bleibt.“ Gerade seine poetische Sprache mache den Film besonders. „Es ging uns darum, Newcomers als Menschen zu zeigen. Menschen mit Geschichten, die alle ein wenig unterschiedlich sind und doch gleich“, ergänzt Regisseur Ma’an Mouslli. Eine Heranführung und Sensibilisierung an das Thema könne dazu beitragen, dass Schüler*innen eigene Vorurteile abbauen und das angeeignete Wissen in ihrem Umfeld weitergeben können. Auch Schüler*nnen mit Fluchterfahrung können am Unterricht teilnehmen. Hierzu gibt das Heft entsprechende Hinweise.

Gemeinsames Projekt von Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge und dem Caritasverband für die Diözese Osnabrück

Möglich gemacht haben den Film und das Heft Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge e.V. und der Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V., die gemeinsam die finanziellen Voraussetzungen geschaffen haben. „Uns war es wichtig, Menschen mit Fluchterfahrung selbst zu Wort kommen zu lassen“, begründet Günter Sandfort, stellvertretender Caritasdirektor, das Engagement. Dafür gingen sie einen ungewöhnlichen Weg: Nicht über die klassische Filmförderung, sondern mit Unterstützung von Partnern wie der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Kunstfonds, der Sparkasse Osnabrück, den Evangelischen Stiftungen, der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, Hyundai, der Q1 Energie AG, der Stadt Osnabrück und dem Landkreis Osnabrück.

Film feiert erste internationale Festival-Erfolge

Aktuell feiert „Newcomers“ erste internationale Festival-Erfolge, u.a. mit dem Gewinn des „Sonderpreises für Menschenrechte“ des marokkanischen „Festival Méditerranéen Cinéma et immigration“ und die Aufnahme in die „Official Selection“ des „Nepal Human Rights International Film Festival“, das im April 2019 in Kathmandu stattfindet. Außerdem steht er in der engeren Auswahl für die TRT International Documentary Awards, die Ende April in Istanbul verliehen werden.

Bestellmöglichkeit für den Film und das zugehörige Heft

Schulen, Bildungsträger, Lehrende und Interessierte können den Film und das Heft bei Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge e.V. anfordern per Mail an .img@.img.

Das Heft steht auch online zur Verfügung: